Transrussia 2009 – Deutsche Logistiker sehen Chancen bei staatlichen Großprojekten und Transit Europa Asien

By ostexperte

Chandler 001 kompVom 21.-24. April 2009 fand im Moskauer Expocenter Russlands führende Logistikmesse – die Transrussia 2009 – statt. Von den rund 50 deutschen Ausstellern wurden 23 zu ihrem Russlandgeschäft befragt. Das aktuelle Geschäft ist stark eingebrochen aber für die Zukunft bleibt man optimistisch. Chancen werden vor allem bei staatlichen Großprojekten und im Transit zwischen Europa und Asien gesehen.

„Ja, die Deutschen sind auf dieser Messe die größte ausländische Gemeinschaft.“ So Henrik Philipp von der GIMA International Exhibition Group, die den deutschen Gemeinschaftsstand organisiert. Transport, Umschlag, Lagerung und Verteilung von Gütern sind auch im größten Flächenstaat der Erde ein großes Geschäft. Viele Güter kommen aus oder über Deutschland nach Russland und so sind die deutschen Logistikfirmen auch in Russland sehr stark vertreten.

Guter Draht zum russischen Kunden - Russian Rail Logistics GmbH

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In letzter Zeit hat das Geschäft allerdings stark gelitten. 17 der befragten Unternehmen geben an, dass die Nachfrage in Russland seit der Krise stark eingebrochen sei – durchschnittlich um 30%. Auf längere Sicht bleiben die meisten Aussteller optimistisch. „Der Logistikmarkt ist in den letzten Jahren explodiert. Jetzt durch die Krise geht das zurück. Aber der Markt an sich ist ja hier. Jetzt wird sich der Markt bereinigen und normalisieren.“ So Dieter Müller, Leiter Verkehre Osteuropa der Emons Spedition GmbH.

Der schönste deutsche Stand - Kuehne + Nagel

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Als aktuelle Entwicklungen auf dem russischen Logistikmarkt werden eine allgemeine Öffnung, Liberalisierung und Bereinigung des Marktes gesehen. Man spricht von einer Anpassung an die Märkte Deutschlands und der EU-Länder. Außerdem nehme die Bedeutung Russlands als Transitland zwischen Europa und Asien immer mehr zu.  „Eisenbahnverbindungen für Container zwischen China und Westeuropa werden vermehrt angefragt. Wir sind dabei, auf diesen Messen auch Kontakte zu chinesischen Partnern zu knüpfen.“  so Tino Gerschler, der Geschäftsführer der RRL Russian Rail Logistics GmbH. Auch die InterRail AG stellt sich auf diese Entwicklung ein. „Heute ist hier auf der Messe unser China-Tag und morgen ist Iran-Tag.“ so Michael Bartsch, der Managing Director.

Messestand der Transit Transport Flensburg GmbH & Co. KG

Messestand der Transit Transport Flensburg GmbH & Co. KG

Weiterhin werden im Bereich der höherwertigen Logistikdienstleistungen, vor allem in der Projekt- und Anlagenlogistik die größten Chancen für das Russlandgeschäft gesehen. „Die staatlich geförderten Projekte laufen weiter. Zum Beispiel werden Anlagen zur Energieerzeugung oder Krankenhäuser nach Russland importiert.“ meint Thomas Haushahn, Geschäftsführer der Chandler GmbH.

Probleme im Russlandgeschäft bereitet in letzter Zeit immer wieder die Finanzierung seitens der russischen Kunden. Die alten Probleme – Bürokratie, Buchhaltung, Arbeiterlaubnis, Zollfragen, schlecht entwickelte Infrastruktur und der Mangel an gut ausgebildetem Personal – bestehen weiter, auch wenn sich die Situation in den letzten Jahren deutlich verbessert hat.

Messestand der Emons Spedition GmbH

Messestand der Emons Spedition GmbH

Auf die Frage nach den Russlandplänen für 2009 äußerten sich die befragten Unternehmen verhalten. Eine Ausnahme bildet da die BLG Automobile Logistics GmbH & Co. KG aus Bremen. Nach Angaben von Andreas Heines, Business Development Project Manager, seien für dieses Jahr zwei neue Terminals für die Einfuhr von Automobilen, jeweils in St. Petersburg und in Konakova bei Moskau, geplant. Hier soll außer Verladung, Lagerung und Verteilung auch die technische Aufbereitung der Fahrzeuge angeboten werden.

Auch der Hamburger Wirtschaftssenator war da

Auch der Hamburger Wirtschaftssenator war da

Die Logistikbranche ist in Deutschland ein wichtiger Wirtschaftszweig und von Seiten der Politik gibt es Initiativen, die deutsch-russische Zusammenarbeit im Bereich der Logistik zu unterstützen. Wie werden diese Initiativen von den deutschen Ausstellern bewertet? „Es gibt von Seiten Deutschlands gute Förderprogramme für die Messeteilnahme und auch politische Unterstützung für die Kontaktanbahnung und Auftragsakquisition. Zum Beispiel war der russische Verkehrsminister mit 30 russischen Fachleuten einmal bei uns im Güterverteilzentrum Großbeeren. Und 2008 war der Moskauer Bürgermeister Lushkow da.“ meint Rüdiger Hage, Geschäftsführer der Infrastruktur- und Projektentwicklung GmbH, die in Zusammenarbeit mit dem Logistiknetzwerk Berlin Brandenburg und einer russischen Partnerfirma Güterverteilzentren nach deutschem Vorbild in Russland entwickelt.

Auch wenn die meisten Austeller mit der Messeteilnahme in diesem Jahr nur „mittel“ bis „weniger“ zufrieden waren, bleibt die Transrussia die wichtigste Kontakt- und Verkaufsplattform in Russland.  „Hier ist die Welt der Logistik in Russland zu Hause. Wir haben über diese Messe schon interessante Partnerschaften geschlossen.“ so Holger Matzen, General Director der 17111 Transit Transport Flensburg GmbH & Co. KG. Auch die meisten anderen der befragten Unternehmen planen die Teilnahme im nächsten Jahr schon jetzt fest ein.

Autor: Philipp Rowe | RUFIL CONSULTING | Buchhaltung & Geschäftsaufbau in Russland

RUFIL CONSULTING Buchhaltung Russland rechteck***

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Dieser Messereport wurde im Mai 2009 unter dem Titel „Nach Einbruch kommt Aufbruch – Für Logistiker ist die Transrussia die wichtigste Kontakt- und Verkaufsplattform in Russland“ in der Moskauer Deutschen Zeitung veröffentlicht.

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Eine Antwort zu „Transrussia 2009 – Deutsche Logistiker sehen Chancen bei staatlichen Großprojekten und Transit Europa Asien“

  1. Ali Aktug sagt:

    Weitere Informationen zu der oben erwähnten Emons Spedition sind übrigens unter http://www.emons.de/ zu finden.

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